Für mich und mein Team | Bildquelle: NADA
Turn-Team Deutschland

Ein Wort, was steckt dahinter? Die NADA erklärt.

DOPING

Das sind nur zwei Statements, die wir – die Nationale Anti Doping Agentur Deutschland – immer wieder hören.

Nur Betrüger*innen dopen.
Beim Doping greift man bewusst zur Spritze oder Pille.

Das stimmt. Allerdings nur in Teilen. Denn leider gibt es diejenigen, die bewusst betrügen und illegal ihre Leistung steigern und damit den sportlichen Wettbewerb manipulieren.

Doch gibt es auch die Fälle, in denen Sportlerinnen oder Sportler unbewusst in die Dopingfalle getappt sind. Wie das geht?

Fangen wir vorne an: was ist eigentlich Doping? Das wird in einem Regelwerk, dem sogenannten Nationalen Anti-Doping Code – kurz NADC – festgelegt. Dieses Regelwerk gilt Sportarten-übergreifend.

Damit sind die Vorgaben aus dem Code sowohl im Turnen, als auch im Fußball oder dem Schwimmen verpflichtend. Der NADC gibt alle Tatbestände des Dopings vor.

Was ist Doping?

Doping wird definiert als das Vorliegen eines oder mehrerer festgelegter Verstöße gegen diese Anti-Doping-Bestimmungen. So ist neben dem Vorhandensein einer verbotenen Substanz in der Dopingprobe einer Athletin oder eines Athleten sowie der Gebrauch einer verbotenen Methode, auch die Weigerung oder Unterlassung einer Dopingkontrolle sowie der Besitz oder das Inverkehrbringen einer verbotenen Substanz oder Methode unzulässig. Um nur ein paar Verstöße zu nennen.

Alle Tatbestände finden sich in Artikel 2 des NADC zum Nachlesen.

Welche Substanzen oder Methoden verboten sind, gibt die sogenannte Verbotsliste vor.

Die Dachorganisation der Anti-Doping-Arbeit weltweit, die Welt Anti-Doping Agentur WADA, gibt diese Verbotsliste jährlich raus. Die Verbotsliste ist aufgeteilt in Substanzen und Methoden, die jederzeit verboten sind, Substanzen, die nur im Wettkampf verboten sind und Substanzen, die nur in einigen Sportarten verboten sind.

Auf diese Wirkstoffe und Methoden hin werden die Dopingproben, die bei Athletinnen und Athleten genommen werden, analysiert.

Was ist wann verboten? Übersicht der Substanzklassen aus der Verbotsliste.

Und hier kommen wir wieder zum Anfang zurück

Denn verbotene Substanzen finden sich in Medikamenten oder auch in Nahrungsergänzungsmitteln. Wem das nicht bewusst ist, läuft Gefahr, mit der Einnahme eines solchen Medikaments oder Nahrungsergänzungsmittels in einer Dopingfalle zu tappen. Denn auch wenn man sich selbst nicht darüber im Klaren war, dass das Medikament oder Nahrungsergänzungsmittel eine verbotene Substanz enthielt, so ist man doch dafür verantwortlich, welche Substanzen im Körper gefunden werden und muss dafür haften. Das womöglich in Form einer einschneidenden Sanktion, wie einer Sperre, im Rahmen der Anti-Doping-Bestimmungen.

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Das Dopingkontrollsystem: Planung, Organisation und Durchführung

Damit wir morgens um 6:30 Uhr bei Euch auf der Türschwelle stehen, um eine Dopingkontrolle durchzuführen, bedarf es einer umfangreichen Planung. Zum Schutz der sauberen Athletinnen und Athleten werden Dopingkontrollen sowohl außerhalb als auch innerhalb von Wettkämpfen (Trainings- und Wettkampfkontrollen) organisiert.

Eine sogenannte Trainingskontrolle kann überall und zu jeder Zeit stattfinden und erfolgt in der Regel unangekündigt. Grundsätzlich kommen ausschließlich Sportlerinnen und Sportler für Trainingskontrollen in Betracht, die einem unserer sogenannten Testpool angehören. Insgesamt gibt es vier Testpools: den Registered Testing Pool (RTP), den Nationalen Testpool (NTP), den Allgemeinen Testpool (ATP) sowie den Team-Testpool (TTP).

Damit wir unserem Auftrag intelligenter Trainingskontrollen zu jeder Zeit und an jedem Ort nachkommen können, melden die Athletinnen und Athleten ihre Aufenthaltsorte in einem entsprechenden System und erfüllen somit ihre Meldepflichten. Denn nur wenn wir wissen, wo die Athletin oder der Athlet sich aufhält, können Kontrollen durchgeführt werden. Immerhin führen wir über 7.000 Trainingskontrollen jährlich durch.

Je nach Testpoolzugehörigkeit sind die Meldepflichten unterschiedlich und die Athletinnen und Athleten müssen unterschiedliche System nutzen. Top-Athletinnen und -Athleten aus dem RTP und dem NTP nutzen das Anti-Doping Administration and Management System (ADAMS) der Welt Anti-Doping Agentur (WADA). Mittlerweile ist auch dieses System App-basiert und kann über die App 'Athlete Central' mobil und flexibel genutzt werden.

Neben den Trainingskontrollen gibt es noch Kontrollen bei Wettkämpfen. Bei Wettkämpfen kann jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer kontrolliert werden. Athletinnen und Athleten werden dann persönlich durch eine Kontrollperson, den sogenannten "Chaperon", über die Kontrolle informiert. Vor der Kontrolle dürfen sie zuerst noch die Siegerehrung, Pressekonferenz, ärztliche Behandlung oder Ähnliches abschließen. Der Chaperon begleitet die Athletinnen und Athleten die ganze Zeit.

Die Dopingkontrollen finden in einem eigens hierfür eingerichteten Dopingkontrollraum statt. Der Kontrollraum muss die Privatsphäre der Athletin oder des Athleten ausreichend schützen und darf für die Dauer des Wettkampfes einzig als Dopingkontrollstation genutzt werden. Die Auswahl der Athletin oder des Athleten wird von uns festgelegt und kann sowohl nach Platzierung als auch nach Namen (Zielkontrolle) erfolgen.

AUSGABE  Training 03-2021 | Turn-Team Deutschland | Doping - Die NADA klärt auf 
AUTOR       NADA