Das Deutsche Turnfest in Paris ging über fünf Tage vom 25. bis 29. Mai 1865.
Der Empfang der Turner, "die in hellen Scharen", aus allen Gauen Deutschlands anreisten, war sehr betrübt, denn sie wurden im "furchtbarsten" Regen begrüßt.
Das Turnfest startete mit dem Schauturnen unter großer Beteiligung, im eingefriedigten Pré Catelan, mitten im Bois de Boulogne liegend. Reck, Barren, mehrere Springel, Böcke und ein Klettergerüst waren aufgestellt. Schwarz-rot-goldene Fahnen umflatterten den Platz.
Jahn war im Bild zugegen und die Germania zeigte das Schwert. Aber das französische, englische und Schweizer Banner waren nicht vergessen. Unter klingender Musik hielten die Turner Einzug auf den Festplatz. Riegenturnen, Frei- und Ordnungsübungen machten auf das anwesende Publikum einen vortrefflichen Eindruck. Beim Kürturnen erregten die Leistungen wahrhaftiges Staunen. Ergänzt wurde das Schauturnen immer wieder durch ansprechende Reden und herzliche Turnerlieder; darunter auch "Turner auf zum Streite".
Fazit: „Das 1. Deutsche Turnfest in Paris endete ohne Missklang, ohne Störung, Allen eine schöne Erinnerung zurücklassend“. Und zum Schluss einer Turnfestrede mit den hehren Worten: „Friede und Eintracht zwischen Frankreich und Deutschland zum Heile der fortschreitenden Menschheit, sie leben in alle Zeit hoch.“
Fünf Jahre später befanden sich Frankreich und Deutschland im Krieg: gegeneinander.