Identifikation eigener Baustellen
Natürlich habe die Teilnahme an CULTurn auch immer Herausforderungen beinhaltet. "In einem Praxisworkshop haben wir viele Probleme besprochen, die uns alle betreffen. Dabei wurde deutlich, dass jeder seine eigenen Baustellen hat – einige ausgeprägter als andere", findet sie.
Letztlich gebe es zwei unterschiedliche Typen von Trainerinnen und Trainern: "Die einen lieben den Wettkampf, die anderen bevorzugen das Training in der Halle. Aber wenn jemand Wettkämpfe als belastend empfindet, hat das verschiedene Gründe. Der Stress kann durch äußere Erwartungen – von Eltern, Funktionären oder anderen – entstehen oder durch die eigenen hohen Ansprüche", erklärt sie.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist nach Ansicht der Turntrainerin die Kommunikation. Egal ob mit Managern oder Jugendlichen – Sprache und Körpersprache spielten eine entscheidende Rolle. Das kenne man schon aus der Schule: "Manche Lehrer fesseln einen mit ihrer Art zu sprechen, andere nicht. Das hat oft weniger mit Fachwissen zu tun als mit der Art, wie dieses vermittelt wird."
Ihr selbst sei irgendwann klar geworden, dass sich gesellschaftliche Erwartungen und Kommunikationsstile mit der Zeit veränderten. "Was vor 30 Jahren funktioniert hat, passt heute vielleicht nicht mehr. Deshalb ist es wichtig, offen für neue Perspektiven zu bleiben und sich weiterzuentwickeln", ist sie überzeugt.