Als Turner hat Eichorn unzählige Bewegungen selbst gemacht, als Trainer ebenso viele erklärt. Lange half ihm dabei der eigene Körper. Bei vielen Elementen kennt er nicht nur den technischen Ablauf, sondern erinnert sich daran, wie sich eine Bewegung angefühlt hat und worauf er selbst dabei geachtet hat.
Inzwischen trainiert er allerdings Turner, die auch Elemente beherrschen, die er selbst nie gemacht hat. Dann reicht die eigene Erfahrung alleine nicht mehr. Wenn man dann einfach nur irgendwas erzählt, was auf einem Zettel steht
, sagt Eichorn, aber selbst als Trainer nicht hundert Prozent die Logik dahinter verstanden hat, wird es schwer.
Noch stärker verändert hat sich sein Blick auf das, was gar nicht unmittelbar am Gerät passiert. Zum Beispiel, wenn ein Turner eine Bewegung nicht hinbekommt. Das muss nicht heißen, dass er sie technisch nicht verstanden hat, weiß Eichorn mittlerweile. Vielleicht hat er einfach nur schlecht geschlafen, vielleicht beschäftigt ihn etwas außerhalb der Halle.
In der Ausbildung beschäftigt sich Eichorn deshalb viel intensiver mit psychischen Prozessen, Kommunikation und dem Umfeld eines Sportlers. Nicht alles lasse sich eins zu eins aufs Gerätturnen übertragen. Aber vieles kann ich ableiten und später ausprobieren
, erzählt er. Gerade dieses Rundherum
, sagt er, sei für ihn interessant.