Silbermedaille am Reck, Turn-EM 2025 in Leipzig. Foto: Tom Weller
Rollenwechsel – von heut‘ auf morgen
Direkt nach den Europameisterschaften beim Internationalen Deutschen Turnfest in Leipzig hatte Toba den Rollenwechsel vollzogen. Am Samstag ließ er sich noch feiern für die Silbermedaille am Reck, die er bei seinem allerletzten Auftritt auf dem Podium mit einer optimalen Leistung gewonnen hatte. Zwei Tage später wachte er in seiner Heimatstadt auf, um andere dabei zu unterstützen, einen ähnlichen Weg zu gehen.
"Ich wusste ja, dass das passiert, und konnte mich schon darauf einstellen", sagt Toba. Die Chance, die sich ihm durch die Stelle bot, die der Deutsche Turner-Bund nach Niedersachsen vergeben hatte, hatte seine Entscheidung mit beeinflusst. Schon vor der EM im vergangenen Jahr in Rimini hatte der zweimalige nationale Mehrkampfmeister für sich entschieden, "dass es demnächst irgendwann reicht". Es hatte für ihn immer mehr Mühe bedeutet, sich fit zu machen für die wichtigen Herausforderungen. "Ich wusste, lange wird das nicht mehr gehen", gibt Toba zu. Als sich dann die Heim-EM andeutete, "habe ich mir überlegt, es wäre cool, mich dort zu verabschieden". Noch einmal vor eigenem Publikum, vor Familie und Freunden, die nicht oft die Gelegenheit hatten, ihn live bei einem Großereignis zu sehen, "Danke zu sagen" für all die Unterstützung in den vergangenen Jahren. Eine notwendig gewordene Schulteroperation Ende 2024 und Rückenprobleme sollten Toba den Weg zum Finale seiner Laufbahn nicht einfach gestalten. Spät stieg er in die Saison ein, wollte eigentlich eine schwierigere Übung am Königsgerät vorbereiten als jene, mit der der Silbermedaillengewinner der EM 2021 in Basel dann noch einmal reüssierte. "Diese Grundübung habe ich immer zum Einturnen genutzt", erzählt Toba. Deshalb sei sie für ihn dann im entscheidenden Moment nicht mehr so schwer gefallen, "ich konnte mich auf jedes einzelne Element so konzentrieren, wie ich es mir immer gewünscht hatte".