Sie weiß nicht, ob sie noch mal fliegen wird, den Holm loslassen, um durch die Luft zu wirbeln. "Aber ich hoffe, dass ich das irgendwann noch mal fühlen werde", sagt Elisabeth Seitz. Momentan kann sich die 31-Jährige solche akrobatischen Kunststücke nicht vorstellen.
Bei den Europameisterschaften in Leipzig hatte die Stuttgarterin das Ende ihrer erfolgreichen Karriere verkündet. Aber auch, dass für sie in noch ganz anderer Hinsicht ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Im November wird sie Mutter werden. "Ich spüre, wie mein Körper immer schwerer wird", sagt Seitz. Die Fitness, die erforderlich ist, um auf höchstem Niveau die Gravitation zu beherrschen, rückt in weite Ferne. Daran liege es allerdings nicht, dass sie in den Wochen nach den kontinentalen Titelkämpfen beim Internationalen Deutschen Turnfest in Sachsen nicht mehr im heimischen Kunst-Turn-Forum war.
Es blieb einfach keine Zeit dafür, denn die viel gefragte Athletin war ständig unterwegs: Nach einem Urlaub mit ihrem Freund Nils Heyden standen Sponsorentermine und mehrere Stationen der Sportabzeichentour für die Botschafterin der Aktion an. "Zu sehen, wie die Kinder, die morgens noch müde sind und keine Lust haben, später mit so viel Spaß und Freude Sport treiben, das ist richtig toll", sagt Seitz.
Da geht mir das Herz auf.