Dass die Weltmeisterschaften im August in Frankfurt ausgetragen werden, macht Martens stolz.
Sie erhofft sich dadurch einen weiteren Schub für die Sportart, dass der Ansturm auf diese weiter wachse. Denn auch wenn sich mittlerweile viele Eltern und Mädchen für die RSG begeistern könnten und die Vereine wachsendes Interesse verzeichneten: Jene, die das nötige Talent mitbringen und bereit sind, so viel wie erforderlich dafür zu geben, sind weiterhin rar.
Das Niveau sei in Hessen in den vergangenen Jahren sehr gestiegen. Vier Vereine arbeiteten dem Zentrum mit sehr guter Ausbildung als Kooperationspartner zu: Eintracht Frankfurt, wo die frühere Europameisterin Aliya Garayeva tätig ist, die TSG Neu-Isenburg und die SKG Sprendlingen, die schon lange etabliert sind, und seit Kurzem Eintracht Wiesbaden. Auch Kassel würde sich laut Martens gerne beteiligen, „aber der Weg von dort nach Frankfurt ist zu weit“. Das sei eine der Schwächen im RSG-System: dass es noch zu wenige Stützpunkte und zu viele freie Flächen im Land gebe.
Martens selbst ist stets daran interessiert, sich weiterzubilden und die eigene Arbeit zu reflektieren.
So schätzt sie auch die Gespräche mit den Psychologinnen und Psychologen des Olympiastützpunktes, sowohl was sie selbst als auch die Gymnastinnen angeht, und zeigt sich angetan von dem Präventionsprojekt, das der Hessische Turnverband zusammen mit der Uni Münster durchzieht. Mit Mikrofon und Kamera im Training begleitet zu werden, danach die Worte und das eigene Verhalten gemeinsam zu analysieren und Lehren daraus zu ziehen, darauf hat sie sich gerne eingelassen. Es habe sich in der Gymnastik schon viel bewegt, was die Zusammenarbeit von Trainern und Sportlerinnen betrifft. Das bezieht Martens auch auf die Methoden: Bei der Dehnung etwa, die für die hohe Flexibilität in der RSG erforderlich ist, „helfe ich nicht nach“. Zumindest die etwas älteren Gymnastinnen seien ehrgeizig genug, um denen mit viel Fleiß nachzueifern, die schon weiter sind; „wir beeilen uns da nicht, aber die wollen“, sagt Martens.