Die neue Sichtbarkeit einer Randsportart
Was Karina und Lea verbindet, geht aber noch weit über den Sport hinaus: Sie gehören zu einer Generation von Athletinnen, die ihre gesamte Reise dokumentieren. Trainingsfortschritte, Fehler, Rückschläge, Nervosität vor Wettkämpfen. Vieles, was früher hinter verschlossenen Hallentüren stattfand, wird heute öffentlich geteilt.
Lea zeigt dabei den gesamten Prozess sehr transparent: Sie dokumentiert Stürze, das Erlernen neuer Elemente und setzt sich große Trainingsziele. Etwa 1,5 Monate vor einem Wettkampf arbeitet sie daran, ihre Küren bis zu 50-mal durchzuturnen. Dafür führt sie ein Notizbuch mit roten und grünen Kästchen, um ihren Fortschritt sichtbar zu machen. Zudem zeigt sie regelmäßig Höchstschwierigkeiten, die sie als eine der wenigen Athletinnen weltweit beherrscht. Viele fragen mich, warum ich alles öffentlich zeige
, sagt sie. Aber Sport lebt von Emotionen und von echten Geschichten. Ich möchte zeigen, wie hart es wirklich ist seine Ziele zu erreichen. Wenn Menschen den gesamten Weg verfolgen können und die Arbeit dahinter verstehen, fiebern sie viel stärker mit.
Karina sieht das ähnlich. Die Videos dienen nicht nur der Kommunikation mit ihrer Community, sondern auch als wertvolles Trainingswerkzeug. Wer sich selbst regelmäßig analysiert, erkennt schneller, wo noch Potenzial liegt.
Vor allem aber schaffen beide etwas, das für Randsportarten von unschätzbarem Wert ist: Sie geben dem Sport ein Gesicht. Millionenfach geklickte Videos sorgen dafür, dass Menschen erstmals mit Rhönradturnen oder mit dem Cyr in Berührung kommen.