German Aerobic Open 2026 WT-Arena Riesa | Foto: Rainer Fleck
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Was es heißt, einen internationalen Wettkampf in einer Randsportart auszurichten

1. German Aerobic Open 2026

Wie kann ein Verein in Deutschland eine Randsportart international sichtbar machen? Die ersten German Aerobic Open in Riesa zeigen, dass dafür nicht nur große Strukturen entscheidend sind, sondern vor allem Erfahrung, Netzwerke, Ehrenamt und der Mut, den nächsten Schritt zu gehen.

Vom 20. bis 22. März 2026 wurde die WT Energiesysteme Arena in Riesa zum internationalen Treffpunkt des Aerobicturnens. Mehr als 400 Athletinnen und Athleten aus Deutschland und dem Ausland nahmen an der Premiere teil. Für andere Vereine kann Riesa damit als Best-Practice-Beispiel dienen.Von nationaler Erfahrung zum internationalen Format.

Der ESV Lok Riesa startete nicht bei null. In den vergangenen Jahren hatte der Verein bereits zahlreiche nationale Wettkämpfe erfolgreich umgesetzt. Die German Aerobic Open waren nun der nächste Schritt: von der bewährten nationalen Organisation hin zu einem internationalen Wettkampf in Deutschland.
Als im Dezember 2025 die Genehmigung für die ersten German Aerobic Open vorlag, blieb den Organisatoren nur wenig Zeit. Knapp drei Monate später musste ein internationales Turnier stehen: mit Wettkampfplanung, Unterkünften, Transport, Verpflegung, Kampfrichterorganisation und Hallenabläufen.

Ein starkes Netzwerk als Grundlage

Für Sebastian Fleck, Mitglied des Technischen Komitees Aerobicturnen im DTB und Leiter des Organisationsteams, war die Veranstaltung weit mehr als ein einzelner Wettkampf. Rund 70 bis 80 Ehrenamtliche und Eltern waren in unterschiedlichsten Bereichen im Einsatz.
Gerade diese Teamleistung blieb Fleck besonders in Erinnerung: 

Die German Aerobic Open waren eine echte Gemeinschaftsleistung. Neben unserem Team in Riesa haben uns Menschen aus ganz Deutschland unterstützt. Ohne dieses Netzwerk wäre eine Veranstaltung in dieser Größenordnung nicht möglich gewesen.

Für andere Vereine liegt darin eine wichtige Botschaft: Internationale Wettkämpfe müssen nicht allein aus dem eigenen Verein herausgetragen werden. Entscheidend ist, früh Netzwerke zu aktivieren: im Verein, im Landesverband, im DTB, bei befreundeten Vereinen, in der Kommune und im lokalen Umfeld.

Pragmatismus gehört zur Professionalität

Wie wichtig dieses Netzwerk war, zeigte sich auch in unerwarteten Situationen während des Wettkampfs. Um eine besondere Atmosphäre in der Halle zu schaffen, wurde die Beleuchtung bewusst gedimmt. Das sorgte für eine beeindruckende Wettkampfkulisse, brachte aber eine praktische Herausforderung mit sich.

Kurz vor Wettkampfbeginn haben wir festgestellt, dass die Kampfrichterinnen und Kampfrichter ihre Unterlagen nun kaum noch lesen können, erinnert sich Fleck mit einem Lächeln. Die Lösung musste schnell gefunden werden. Kurze Zeit später standen kleine Tischlampen am Kampfrichtertisch und der Wettkampf konnte pünktlich beginnen. Das sind genau die Momente, die zeigen, wie stark unser Team funktioniert hat.

Eine Bühne für Athletinnen und Athleten in Deutschland

Sportlich bot die Premiere hochklassige Wettkämpfe und eine internationale Atmosphäre. Für das deutsche Aerobicturnen bedeutet das neue Format eine zusätzliche Wettkampfplattform im eigenen Land. Nachwuchsathletinnen und -athleten können sich mit internationaler Konkurrenz messen, ohne dafür zwingend ins Ausland reisen zu müssen.

Gleichzeitig stärkt ein solcher Wettkampf die Sichtbarkeit der Sportart in Deutschland. Internationale Delegationen, ein professioneller Rahmen und die Resonanz aus Publikum, Vereinen und Umfeld zeigen, welches Potenzial in solchen Veranstaltungen steckt.

Auswertung als Teil der Best Practice

Die Premiere markiert erst den Anfang. Bereits unmittelbar nach der Veranstaltung begann die Auswertung. Trotz des positiven Feedbacks wurde eine umfangreiche Liste mit Optimierungsmöglichkeiten erstellt, die nun in die Planungen für die Zukunft einfließt. Fleck erklärt: 

Wir wollen jedes Jahr besser werden. 

Die Rückmeldungen waren hervorragend, trotzdem haben wir bereits viele Punkte identifiziert, an denen wir weiterarbeiten können. Entscheidend sei, die Erfahrungen systematisch auszuwerten und das Event Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Riesa als Vorbild für andere Vereine

Der Blick richtet sich bereits auf 2027. Dann soll mit der Ausrichtung eines offiziellen Weltcups der nächste Entwicklungsschritt folgen. Die Bewerbung hierfür wird bereits vorbereitet. Für Fleck geht es dabei um mehr als die Organisation eines weiteren Wettkampfs: Ich bin überzeugt, dass wir in Deutschland in der Lage sind, internationale Veranstaltungen auf höchstem Niveau durchzuführen. Vor allem aber möchten wir unseren Sportlerinnen und Sportlern die Bühne bieten, die sie verdienen. Sie investieren jeden Tag unglaublich viel Zeit und Leidenschaft in ihren Sport. Deshalb ist es unsere Aufgabe, bestmögliche Bedingungen zu schaffen und unsere Sportart ins richtige Licht zu rücken.
 

Riesa ist damit mehr als ein erfolgreicher Austragungsort. Es ist ein Beispiel dafür, wie Vereine mit Leidenschaft, Struktur und Zusammenhalt in Deutschland eine internationale Bühne schaffen können. 

AUSGABE           Events 03-2026 | Mehr Sport | 1. German Aerobic Open
AUTORIN            Sina Beranek