Die Turnvereine, besonders die des Demokratischen Turnerbundes, waren massiven Verfolgungen ausgesetzt. Viele vernichteten vorsorglich ihre Akten, den Schriftverkehr und versteckten ihre Fahnen. Die Fahndungen erstreckten sich auch auf Turnkleidung und Heckerbilder, rote oder schwarz-rot-goldene Cocarden, Hüte mit Federn, generell "Abzeichen jeglicher Art der Parthei der Feinde". Selbst nach Bärten und Liederbüchern wurde gefahndet. Das Denunziantentum hatte Konjunktur.
Wer sich nicht rechtzeitig abgesetzt hatte, lief Gefahr der standrechtlichen Behandlung durch das preußische Militär. Unter den Hingerichteten finden sich auch Turner, so der in Freiburg erschossene Max Dortu und der an der Mannheimer Friedhofsmauer hingerichtete Valentin Streuber. In der Zentraldatei badischer Revolutionäre begegnen uns Hinweise auf viele Turnvereinsmitglieder und deren Schicksale als Verfolgte und Emigranten in aller Welt.
Vom Turnverein Baden-Baden von 1847, der der demokratischen Bewegung nahe stand, ist eine Episode dieser Zeit überliefert an der sich belegen lässt, wie es anderen Vereinen ebenfalls ergangen sein dürfte. Eine anonyme Anzeige machte die Karlsruher Behörden auf das merkwürdige Treiben in einem Gasthaus aufmerksam, wo Turner und Demokraten sich versammelten und die Freiheit hochleben ließen. Sogar "Turnerkleider" seien dort versteckt worden.
Der Schriftführer des Vereins, Alois Kühn, hatte sich unter Mitnahme schriftlicher Unterlagen in sein Elternhaus nach Steinbach abgesetzt und sie so gut versteckt, dass sie von den preußischen Soldaten bei einer Hausdurchsuchung 1851 nicht gefunden wurden. Aber der Besitz eines Buches über die Turnkunst und eines Turner-Abzeichens reichten aus, um ihm den Bart zu stutzen und ihn für sechs Wochen in die Kasematten der Festung Rastatt zu stecken. Nach seiner Rückkehr hat er dann die Akten vernichtet. Allein ein Siegel aus der Gründungszeit hat die Reaktionsjahre überdauert. Die schwarz-rot-goldene Vereinsfahne mit der Aufschrift "Freiheit – Gleichheit – Brudersinn" galt schon seit dem Jahr 1849 als verschollen. In vielen Vereinen gibt es deshalb kaum noch Unterlagen aus den Gründungsjahren.