Dr. Mischa Kläber: Ja, sie schaffen eine gemeinsame Grundlage, an der man sich orientieren kann. Zum einen wird noch einmal deutlich belegt, welche Bewegungsdosis sinnvoll ist. Zum anderen geht es nicht nur um Bewegung, sondern auch um Bewegungsförderung: Welche Strukturen brauchen wir in Deutschland, damit Menschen überhaupt wieder dauerhaft für Sport und Bewegung gewonnen werden?
Dazu gehört auch Sichtbarkeit. Wenn Menschen konkret sehen, welche Angebote es in ihrer Umgebung gibt, und wenn Multiplikator*innen wie Ärzt*innen, Apotheker*innen oder Gesundheitsämter darauf verweisen können, dann finden sie eher den Weg in den Verein. Dort erleben sie Bewegung, Gemeinschaft und weitere positive Effekte für die Gesundheit. Die Bewegungslandkarte (BeLa) ist hier ein wertvolles unterstützendes Tool, welches die zahlreichen Sport- und Bewegungsangebote des organisierten Sports sichtbar macht.
Dr. Michaela Werkmann: Hinzu kommt die kommunale Vernetzung. Ob Schule, Kita, Kirche oder Seniorentreff – überall können gemeinschaftliche Strukturen geschaffen werden, um Menschen in Bewegung zu bringen. Vereine bringen hier eine große Expertise mit und bieten niederschwellige Zugänge, fachlich wie sozial. Genau das unterscheidet die Vereinsstrukturen von vielen anderen Bewegungsanbietern. Deshalb ist es auch auf kommunaler Ebene so wichtig, dass Entscheidungsträger wissen: Der Sportverein kann hier einen entscheidenden Beitrag leisten.