Beate Missalek erklärt Blended Learning
Fit & Gesund

Gesundheit als gemeinsame Chance

Verein trifft Betrieb

In der Betrieblichen Gesundheitsförderung stecken viele Möglichkeiten, die Beate Missalek schon jahrzehntelang beruflich nutzt und ausbaut. Ihre Erfahrung und Programme gibt sie auch gerne an Vereine weiter.

Vereinsangebote in der Betrieblichen Gesundheitsförderung können eine Brücke von Beruf zu Verein sein. Ein sehr verdichtetes Bild, das aber das ideale Ergebnis einer gezielten und systematischen Arbeit von Trainer*innen und Übungsleiter*innen sein könnte. So sieht es zumindest Beate Missalek, die sich schon jahrzehntelang professionell mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement beschäftigt. 

Von Berufswegen, weil sie seit 26 Jahren mit ihrer Firma Movedu als Dienstleisterin in Sachen Gesundheit arbeitet. Aber auch als Vereinskind, wie sie sich selbst bezeichnet, das nicht nur an den eigenen Nutzen denkt. Ich sehe eine große Chance für Vereine und den ganzen Bewegungssektor, umschreibt Beate Missalek letztlich eine Breitenwirkung, an der sie gemeinsam mit dem Deutschen Turner-Bund arbeitet.

Ihr Know-How gibt Beate Missalek an Bewegungsfachkräfte und Übungsleitende auch im Rahmen von Weiterbildungen der DTB-Akademie weiter.

Mit der ganzheitlich orientierten Gesundheitsförderung von Movedu qualifizieren Sie Ihre Mitarbeiter, machen das Thema Gesundheit erlebbar, setzen Impulse und fördern die eigenverantwortliche Umsetzung. Mit diesem Satz wirbt sie auf der Homepage ihrer im schwäbischen Steinheim beheimateten Firma, deren Kundinnen und Kunden vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum Weltkonzern gehören. Er steht aber auch für ihr Weiterbildungsangebot an Vereinsmitarbeiter*innen wie Übungsleiter*innen und Trainer*innen.

Denn letztlich verfügen ja viele Vereine über die personellen und auch räumlichen Strukturen, von denen letztendlich auch die Unternehmen profitieren können, sagt Beate Missalek. Gesundheitskurse können zum Beispiel ganz gezielt für Berufsgruppen und Firmen vom örtlichen Verein durchgeführt werden.

Wie kann ein Verein starten?

Für Vereine bietet sie Fortbildungen an mit theoretischer Ausbildung und Praxisbeispielen, um dann mit fundiertem Wissen auf Unternehmen zugehen zu können. Einen Idealfall schildert sie aus dem Gute Praxis Beispiel in Melle: Der Verein startete mit einer Einladung an alle örtlichen Betriebe in Form eines Gesundheitstages. Daraus sind viele Angebote generiert worden mit der Folge, dass der Verein mittlerweile eine fest angestellte Übungsleiterin für Betriebliche Gesundheitsförderung hat. 

Eine Win-win-Situation, zu der auch der Effekt gehören kann, dass Mitarbeitende über den Kurs im Betrieb zum Angebot des Vereins finden und vielleicht sogar Mitglied werden.

In Deutschland gibt es rund 90.000 Sportvereine. Viele von ihnen bieten fachlich ausgearbeitete Bewegungsangebote an, die von qualifizierten Übungsleitenden durchgeführt werden. Turn- und Sportvereine verfügen über die notwendige Infrastruktur und Kontakte sowie erprobte Finanzierungsmodelle. Das gemeinsame Sporttreiben stärkt zudem das ehrenamtliche Engagement und das soziale Miteinander.

Um die Attraktivität und Bekanntheit von Vereinsangeboten zu steigern, lohnt es sich, mit etablierten Partnern vor Ort zusammen zu arbeiten und ein gemeinsames Netzwerk zu bilden. Zu möglichen Partnern zählen u.a. Kommunen, Institutionen und Firmen. Gemeinsam können niedrigschwellige Angebote entstehen, die auch Menschen ansprechen, die seltener durch Maßnahmen der Gesundheitsförderung erreicht werden.

Vereine können von Netzwerken profitieren, da Partner strategische, organisatorische und öffentlichkeitswirksame Rahmenbedingungen beeinflussen und positiv gestalten können. So können Partner als „Türöffner“ zwischen verschiedenen Institutionen, Ämtern, Organisationen und politischen Entscheidungstragenden fungieren. Sie haben zudem viele Kontakte und haben eigene Netzwerke. So lassen sich der Bekanntheitsgrad des Sport- und Turnvereines erhöhen und Synergien schaffen. Auch neue Mitglieder und ehrenamtlich tätige Personen wie z. B. Angehörige von älteren Menschen oder Mitarbeitende der Kommunalverwaltung können über gemeinsame Partnerschaften und Projekte gewonnen werden.

Warum Vereine wichtige Partner sind:

  • Vereine bieten wissenschaftlich fundierten Gesundheitssport mit klaren Kernzielen an.
  • Präventionskurse, die nach § 20 SGB V zertifiziert und von Krankenkassen bezuschusst werden, erleichtern den Einstieg in Vereinsangebote.
  • Übungsleitende sind qualifiziert, bilden sich regelmäßig fort und sorgen für qualitativ hochwertige Angebote.
  • Vereine verfügen häufig über die nötige Infrastruktur wie Hallen und Geräten, sie kennen organisatorische Abläufe und haben erprobte Finanzierungsmodelle (Mitgliedsbeiträge, Kursgebühren, Zuschüsse, Fördermittel).
  • Starkes ehrenamtliches Engagement und Vereinsnetzwerke stärken das soziale Miteinander und erleichtern den Zugang zu Zielgruppen, die ggf. auch schwerer erreichbar sind.

Vorteile für Kommunen, Institutionen und Firmen:

  • Kommunen sparen Aufwand bei Raumsuche, Organisation und Werbung, weil Vereine häufig die nötige Infrastruktur wie Räume, Material, Personal und Bekanntheit mitbringen.
  • Die Zusammenarbeit erhöht die Attraktivität der Kommune bzw. Einrichtung und kann neue Bürger*innen und Kund*innen ansprechen.
  • Aus befristeten Präventionskursen können dauerhafte Angebote entstehen, die in eine kommunale Gesamtstrategie der Bewegungsförderung eingebettet werden.

Ausführliche Infos beinhaltet die Publikation „Kommunale Bewegungsförderung: Turn- & Sportvereine als Partner. Argumente und Tipps für eine Zusammenarbeit“. 

Kostenfreier Download

Die nächste Brücke baut Beate Missalek mit der BGF-Schulung der DTB-Akademie am 12./13. Juni 2026. Ganz bewusst im Online-Format, um möglichst vielen die Möglichkeit zu geben, teilzunehmen ohne großen Reiseaufwand.

Kennenlernen, ausprobieren, langfristig dabei bleiben - der Grundgedanke ist doch wunderbar, sagt Beate Missalek, die sich noch mehr Vereine wünschen würde, die diese Chance nutzen. Wobei auch die personelle Ausstattung gegeben sein muss, dass etwa während normaler Arbeitszeiten die Trainerinnen und Trainer in die Betriebe gehen können. 

Strategische und systematische Beratung und Konzeption, maßgeschneiderte und praxisnahe Maßnahmen, Dokumentation und Erfolgskontrolle - so umreißt Beate Missalek ihr gewerbliches Angebot in Modulen, die sich leicht auf die Vereinsarbeit übertragen lassen. 

Man muss einfach schauen, wieviel Menschen zur Arbeit gehen, da geht uns die Arbeit lange nicht aus, pointiert sie die Tatsache, dass es für alle genug zu tun gibt und sie die Vereine als Partner statt als Konkurrenz sieht. Das 2015 verabschiedete Präventionsgesetz und die Unterstützung durch Krankenkassen hätten in der der Betrieblichen Gesundheitsförderung für neue Impulse und Möglichkeiten gesorgt.

Zum Präventionsgesetz

Aus- und Weiterbildung

Die DTB-Akademie bietet vom 12. bis 13. Juni die Online-Weiterbildung Einführung in die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) an. Mit diesem Angebot werden gezielt Übungsleiter*innen und Gesundheitsbeauftragte mit sportfachlichen Kenntnissen angesprochen. Die Weiterbildung ist ebenfalls offen für alle Interessierte, die sich mit den Grundlagen der BGF auseinandersetzen möchten.

Inhalte der Schulung sind u. a.:

  • Chancen und Möglichkeiten für Vereine
  • Vom Erstkontakt bis zur Durchführung von BGF-Maßnahmen
  • Vorplanung, Konzepte, Preisgestaltung und Fallbeispiele aus der Praxis
  • Möglichkeiten bei der Zusammenarbeit mit Krankenkassen

Zur Online-Weiterbildung

Was ist die häufigste „Baustelle“?

Das Angebot müsse auch auf die verschiedenen Berufsgruppen zugeschnitten werden. Der Schulter-Nackenbereich sei dabei die häufigste Baustelle. Bedingt durch die Arbeit an Schreibtisch und Bildschirm, aber auch im Sitz von Fahrzeugen aller Art. Auch das Arbeiten an der Grundkraft ist wichtig, jede Stunde zehn Kniebeuge wären zum Beispiel eine lohnenswerte Büro-Challenge, benennt Beate Missalek einen der Gesundheitsimpulse, zu denen auch der Spazierganz oder ein Mini-Walking in der Mittagspause gehören können. Unterstützung bieten zusätzlich digitale Anleitungen und Online-Übungsprogramme.

Intensiver und gezielter wird es in den von ihr und ihren Mitarbeiter*innen geleiteten Ergonomie- und Bewegungscoachings vor Ort oder in Online-Seminaren.

Verbesserung von Körperdurchblutung, Lockerung der Muskulatur, Steigerung von Aufmerksamkeit und Konzentration, Dynamisierung der Sitzhaltung, Stressreduktion, Entspannung, Ernährungsberatung - nur ein kleiner Auszug aus dem weiten Feld der Einsatzmöglichkeiten, die in der Betrieblichen Gesundheitsförderung stecken. Ein Feld, das Beate Missalek mit großem Einsatz bestellt - und dabei die Vereine gerne an die Hand nimmt.

AUSGABE         Gesundheit 02-2026 | Fit & Gesund | Verein trifft Betrieb
AUTOR              Udo Döring