Kursteilnehmer*innen der SKG Erfelden
Fit & Gesund

Der Pluspunkt Gesundheit

Ein Qualitätssiegel für den Verein

Präventive Kurse bieten ein breites Spektrum, um etwas für die körperliche und seelische Fitness zu tun. Übungsleiterinnen wie Christine Ganster von der SKG Erfelden und ihre Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer schätzen aber auch den sozialen Wert des Gemeinschaftserlebnisses.

Erst eine kurze Theorie in Sachen Anatomie und Muskelaufbau, dann der Praxisteil mit vielseitigen Bewegungseinheiten, danach ein gemeinsamer Plausch über die eigenen Wehwechen, Sorgen und Freuden.

Kurzum: ein Kurs für Kopf, Leib und Seele.

Ein ganzheitliches Erlebnis mit Qualitätssiegel: Pluspunkt Gesundheit (PPG).

Durch unser breites Angebot auf dem Gebiet Prävention können wir superviele Menschen unterstützen, ob Jüngere oder Ältere oder irgendwo dazwischen, schwärmt Christine Ganster, die mit sichtbarer Freude den Kurs in der vereinseigenen Turnhalle leitet. 

In diesem Fall mit dem Titel Mit Vielseitigkeit zu mehr Kraft und Beweglichkeit. Einer von dutzenden Kursen im Angebot der in Südhessen beheimateten SKG Erfelden. Einer von neun Kursen, die Christine Ganster leitet.

Audioguide Pluspunkt Gesundheit

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Ein gutes Beispiel für das breite Spektrum der Zielgruppen.

Männer und Frauen im Alter von 48 bis 78 Jahren schauen erst einmal auf eine große Leinwand mit der anatomischen Abbildung des Beckenbereichs. Christine Ganster erklärt den Aufbau und auch, wo es gerne mal zwickt und zwackt. Fast alle Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer sind ja genau deswegen hier, um anschließend mit wohl dosierten Übungen für mehr Beweglichkeit und auch gegen manchen Schmerz zu arbeiten.

Ich bin hier, weil ich merke, wie gut mir das tut, sagt Dagmar Muche, die schon 20 Jahre lang die Kurse der aus 16 Abteilungen bestehenden SKG Erfelden besucht. Weil ich auch gemerkt habe: Wenn ich nichts mache, werde ich immer steifer.

Reinhold Geipert kam vor einigen Jahren eher aus Solidarität dazu, weil er seine Frau in den Reha-Sport begleitete, und schwärmt heute von einer Anleitung, die einen fördert in der Form, dass man sich nicht überfordert, sondern das richtige Maß findet.

 

Zum Wohl und zur Freude ihrer Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer, auf die sie individuell eingehen kann.

Wir können in den unterschiedlichen Kursen die Übungen so variantenreich gestalten, dass für jeden etwas dabei ist, erklärt Christine Ganster. Kann zum Beispiel jemand nicht lange stehen, findet sich auch eine Lösung. Wir haben auch viele Menschen mit Rollator, die fragen, ob sie mitmachen dürfen. Neben der körperlichen Ertüchtigung schätzt die Kursleiterin auch den zwischenmenschlichen Wert ihrer Arbeit: Wir holen viele Männer und Frauen auch auf der sozialen Ebene ab. Wir haben viele Kursteilnehmer, die alleine sind und dadurch wieder neue Menschen kennenlernen. Es entstehen Freundschaften. Auch weil sie zwischen jedem Kurs einen zeitlichen Puffer lässt für den Plausch danach oder davor.

Eine Frage der Qualität, die auch eine Frage der Qualifikation ist.

Denn das vom Deutschen Turner-Bund 1994 geschaffene Qualitätssiegel Pluspunkt Gesundheit verlangt einige Voraussetzungen: 

  • zielgruppengerechtes Angebot, 
  • qualifizierte Leitung, 
  • einheitliche Organisationsstrukturen, 
  • präventiver Gesundheitscheck, 
  • begleitendes Qualitätsmanagement,
  • der Verein als Gesundheitspartner. 

Die sechs Pfeiler der Theorie, für deren Umsetzung in der Praxis es wiederum die Erfahrung und den Enthusiasmus von Menschen wie Christine Ganster braucht.

Ich war schon immer ein Kind des Sports, sagt die heute 61-Jährige, die sich vom Tennis über Reiten bis Volleyball und Leichtathletik ausprobierte. 

Zum Gesundheitssport fand sie aber als Patientin, als sie mit 30 Jahren so eine Rückenoperation vermeiden konnte. Heute bin ich ein kleiner Workaholic im Gesundheitsbereich, erklärt sie mit breitem Lächeln und zählt ihren Ausbildungsweg vom Bauch-Beine-Po-Training über C- und B-Lizenzen in Präventivfächern wie Haltung und Bewegung, Herz-Kreislauf- und Reha-Sport bis zur Referentin für Fortbildungen.

Wie werde ich Übungsleiter*in oder Trainer*in?

Das Gemeinschaftsgefühl wertschätzt auch Dagmar Muche.

Es ist völlig klar, dass ich immer wieder Kurse besuchen werde, weil ich einfach auch die Gruppe brauche, sagt die 71-Jährige: 

Vieles könnte ich zu Hause machen, mache ich aber nicht. Denn das hier ist die Form, mit der ich mich selbst zur Bewegung bringe. Das Soziale macht einfach auch Spaß. Er hier ist zum Beispiel ein ganz netter Kerl…

Sagt es und deutet lächelnd auf den neben ihr sitzenden Reinhold, der ebenfalls zugibt:

Ich arbeite daran, meinen inneren Schweinehund zu bekämpfen. Deshalb mache ich hier mit, weil ich als faule Socke Schwierigkeiten habe, daheim etwas allein zu machen. In der Gruppe ist das doch eine ganz andere Motivation.

Zumal Kurse mit PPG-Qualitätssiegel auch von den Krankenkassen unterstützt werden, unabhängig von einer Vereinsmitgliedschaft. Aus Erfahrung weiß Christine Ganster, dass dies für viele Menschen eine Zusatzmotivation ist, in einem Vereinskurs etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Für Dagmar Muche ein schöner Nebenaspekt, bevor sie betont: 

"Ich würde das auch machen, wenn ich den Kurs ganz selbst zahlen müsste." 

Schließlich lässt sich der wahre Wert der Kurse für Kopf, Leib und Seele nicht wirklich in Euro bemessen.

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AUSGABE         Gesundheit 02-2026 | Fit & Gesund | Der Pluspunkt Gesundheit
AUTOR              Udo Döring