Tuju-Reporter Adam beim Turnfest 2025 in Leipzig | Foto: Tuju-Reporter
Einblicke

Tuju-Reporter Adam hat es getestet

Mit dem Rolli übers Turnfest

Im Mai 2025 durfte ich als Tuju-Reporter für die Deutsche Turnjugend (DTJ) zum Internationalen Deutschen Turnfest nach Leipzig reisen. Für mich war es eine spannende und prägende Woche: Ich durfte Social Media Arbeit hautnah erleben, bekannte Turner*innen treffen und ein riesiges Sportevent begleiten – und das alles mit 17 Jahren. Als Rollstuhlfahrer war ich zudem besonders gespannt, wie barrierefrei alles ablaufen würde. Hier möchte ich meine Erlebnisse, Erfahrungen und Gedanken aus dieser aufregenden und lehrreichen Woche teilen.

TAG 1

Ankunft, erste Eindrücke und Teamgefühl

Meine Reise begann in Frankfurt am Main.

Von dort aus machte ich mich auf den Weg nach Leipzig, voller Vorfreude und ein bisschen aufgeregt, was mich erwarten würde. Nach dem Check-in im modernen und gemütlichen Hotel traf ich das Team bei der Festwiese, wo ich einen ersten Eindruck vom riesigen Aufbau des Turnfests bekam: Bühnen, Tribünen und Technik wurden aufgebaut – alles wirkte groß und beeindruckend.

Im Anschluss machten wir gemeinsam eine Stadtführung durch Leipzig. Die Stadt lernte ich von einer ganz neuen Seite kennen. Den Abend ließen wir mit einem gemeinsamen Essen ausklingen. Aber ganz ehrlich: Am Anfang war es nicht leicht für mich. Die anderen im Team waren alle deutlich älter, meist über 21, und ich fühlte mich mit meinen 17 Jahren ein wenig außen vor. Als Rollstuhlfahrer war es zusätzlich nicht einfach, da ich oft den Eindruck hatte, nicht wirklich Teil der Gruppe zu sein. Es wurde wenig auf mich zugegangen, was mich getroffen hat. Ich dachte sogar kurz daran, aufzugeben – aber ich beschloss, dranzubleiben. Rückblickend war das die beste Entscheidung.

TAG 2

Messe und Wetter-Chaos

Eingang Glashalle Messe Leipzig | Foto: DTB7 Turnfestfotos.de
Eröffnungsfeier beim Turnfest 2025 in Leipzig | Foto: DTB/ Turnfestfotos.de

Der zweite Tag begann früh mit Frühstück im Hotel.

Danach ging es zur Messe Leipzig, wo viel los war: Mitmachaktionen, Shows, Infostände – ich war den ganzen Tag mit Kamera und Handy unterwegs, um Content für die Social-Media-Kanäle der DTJ zu erstellen.

Leider konnte ich nicht überall teilnehmen, wo ich gerne dabei gewesen wäre. Ein besonders frustrierendes Erlebnis war die QI Arena. Ich hätte dort gerne beim Livestream für den Deutschen Turner-Bund mitgearbeitet – doch der Raum war nicht barrierefrei. Das war enttäuschend, denn ich hatte mich darauf gefreut. Solche Erlebnisse zeigen, dass Barrierefreiheit oft nur an der Oberfläche geplant wird und in der Umsetzung noch viele Lücken bestehen.

Am Abend war für mich eigentlich die Teilnahme an der großen Eröffnungsfeier geplant, auf die ich mich sehr gefreut hatte. Doch wegen des schlechten Wetters konnte ich leider nicht teilnehmen – auch das gehört zu großen Outdoor-Events dazu.

TAG 3

Messe und Tuju-Stars-Finale

Tuju-Stars beim Turnfest 2025 in Leipzig | Foto: DTB/ Turnfestfotos.de
Bundesfinale Tuju-Stars beim Turnfest 2025 in Leipzig | Foto: DTB/ Turnfestfotos.de

Auch dieser Tag begann früh mit neuen Aufgaben.

Auf der Messe fand das Tuju-Stars-Finale statt – ein echtes Highlight mit leidenschaftlichen und kreativen Auftritten. Ich war mitten im Geschehen, machte Fotos, Videos und Storys. Dabei merkte ich, wie sehr mir diese Arbeit liegt und dass ich mich inzwischen auch wohler im Team fühlte.

Dennoch blieb der Wunsch, stärker eingebunden zu sein.

Oft fühlte ich mich allein, auch weil ich mich nicht immer traute, auf andere zuzugehen. Ich hätte mir gewünscht, dass wir als Team enger zusammengewachsen wären.

FAZIT

und Rückblick

Gruppenbild Tuju-Reporter beim Turnfest Leipzig 2025 | Foto: Tuju-Reporter
Stadiongala beim Turnfest 2025 in Leipzig | Foto: Tuju-Reporter

Die Woche hielt viele weitere Highlights bereit.

Insbesondere die große Stadiongala in der Red Bull Arena Leipzig. Das Stadion war voll, die Shows spektakulär, und ich durfte hautnah dabei sein. Bekannte Turnerinnen und Turner live zu erleben, war ein besonderes Erlebnis.

Ich bin sehr stolz, diese Chance genutzt zu haben. Ich habe viel gelernt – über Social Media bei Großveranstaltungen, über Teamarbeit und über mich selbst. Gleichzeitig nehme ich auch kritische Erfahrungen mit: Barrierefreiheit darf nicht nur ein Randthema sein, sondern muss konsequent mitgedacht werden. Und Inklusion bedeutet mehr als Rampen und Aufzüge – es geht um echtes Miteinander.

Für mich war das Turnfest 2025 eine wertvolle, inspirierende, aber auch nachdenklich machende Erfahrung. Beim nächsten Mal möchte ich mutiger sein und aktiver auf andere zugehen – und ich hoffe, dass auch Organisationen lernen, Inklusion noch bewusster und umfassender zu leben.
 

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AUSGABE           Turnfest 03-2025 | Einblicke | Mit dem Rolli übers Turnfest
AUTOR                Adam Jibrail Maslouhi (Tuju-Reporter)