Es gibt diese Treffen, bei denen alle wissen: Man ist schon wieder älter geworden. Das kann ein Klassentreffen sein, ein Abitreffen – oder eben auch ein Ehemaligentreffen des deutschen Turnens. Anlässlich der Europameisterschaft in Leipzig haben sich rund 70 frühere Nationalturnerinnen und -turner versammelt. Leute, die schon dabei waren, als Ringe noch quietschten und das Reck noch aus Holz war. Aber auch andere, die vor wenigen Jahren noch in bunten Wettkampfanzügen aus Hightech-Materialien steckten.
Organisiert hat das Ganze Holger Wochnowski, WM-Turner in Montreal 1985 und selbst seit Jahrzehnten aktiver Teil der Turnszene. Einer, der tief im Turnen verwurzelt ist – und der weiß, wie schnell die Zeit nach der aktiven Karriere vergeht. "Der älteste Teilnehmer war 89, die Jüngsten waren gerade erst aus dem Leistungssport raus", erzählt er. Die Einladung ging an alle, die seit 1958 für Deutschland bei EM, WM oder Olympia am Start waren.
"Manche hatten sich 30 oder 40 Jahre nicht mehr gesehen."
Mit dabei waren bekannte Namen wie Eberhard Gienger, der bis heute als "König der Lüfte" gilt, Maxi Gnauck, Olympiasiegerin und eine der erfolgreichsten deutschen Turnerinnen überhaupt. Oder Sven Tippelt, Richarda Schmeisser, Andreas Japtok, Anja Wilhelm-Jones, Daniel Winkler – eine Liste, deren illustre Namen sich lesen wie ein Auszug aus dem Who's who der deutsch-deutschen Turngeschichte.