Die Stimme des Trainers – Was macht ein Talent aus?
Philipp trainiert bei den Munich Airriders auf dem Großtrampolin unter Landestrainer Markus Thiel und seinem Trainerstab. Am DMT hat ihn Michael Dobert, selbst DMT-Vizeweltmeister mit der Mannschaft 1999, unter seinen Fittichen. „Trampolinspringen ist komplexer als viele denken” sagt er. Als „Schlüssel zum Erfolg” in diesem Sport und damit wichtigste Eigenschaft eines Talents bezeichnet er die Fähigkeit zur Körperkontrolle, also die gezielte motorische Ansprache einzelner Körperteile zu einem ganzheitlich harmonischen Zusammenspiel, „Kraft, Beweglichkeit und Technik sind erlernbar.”
Eine weitere Eigenschaft, die besondere Talente auszeichnet, ist die Trainierbarkeit, also die Fähigkeit zur Umsetzung äußerer Impulse. Wenn man als Trainer neue Elemente sukzessive aufbaut oder die Ausführung gemeinsam mit dem Athleten optimiert, ist es ungemein wichtig, dass die Kommunikation stimmt und der Turner Anweisungen annehmen und auf das Tuch bringen kann. Ein gutes technisches Verständnis sei sicher noch hilfreich, weil schon kleine Änderungen große Wirkung erzielen können.
Während man als Laie in Anbetracht der schwindelerregenden Höhen und spektakulären Sprungelemente vielleicht auch gern großen Mut attestieren möchte, winkt Michael Dobert ab: „Das alles ist ja ein Prozess und wird Schritt für Schritt aufgebaut. Höhe und Anspruch wachsen mit der Sicherheit, einen Sprung auch wirklich turnen und landen zu können.”
Über Philipp sagt Michael Dobert, dass er sich neben besagten Eigenschaften vor allem durch großen Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und Disziplin auszeichne. Er wolle wirklich Grenzen verschieben und die Trainer seien hin und wieder auch gefragt, ihn in seiner Ungeduld ein wenig zu bremsen.
Philipps ausgewiesenes Ziel für eine Olympiaqualifikation 2032 auf dem Großgerät nimmt Michael wohlwollend und mit einem Schmunzeln zur Kenntnis. „Das ist ein gutes und ehrgeiziges Ziel. Mit 25 ist er dann im besten Alter.”