Merk dir diesen Namen, falls du ihn nicht schon kennst: Functional Training. Kein kurzlebiger Fitness-Hype, sondern eine Trainingsphilosophie mit Wurzeln in der Reha-Medizin, geadelt vom Spitzensport und heute Dauergast ganz oben in den weltweiten Fitness-Trend-Rankings. Wer im Verein, im Studio oder zuhause trainiert – und wer andere trainieren lässt – kommt an diesem Thema nicht mehr vorbei.
Zeit, einmal richtig tief einzutauchen: Woher kommt's, was sagt die Wissenschaft, warum kann sich die Sportlandschaft das gar nicht mehr leisten zu ignorieren – und was bedeutet das ganz konkret für den Trainingsalltag in deinem Verein?
Vom Reha-Zimmer auf den Rasen: die Geschichte von Functional Training
Der Ursprung von Functional Training liegt nicht im Fitnessstudio, sondern in der Physio- und Ergotherapie. Bereits in den 1980er-Jahren arbeiteten Therapeut:innen in der Schweiz und den USA daran, Patienten nicht einzelne Muskeln, sondern ganze Bewegungsmuster wieder antrainieren zu lassen – Gehen, Greifen, Aufstehen. Die Grundidee: Der Körper bewegt sich im echten Leben nie isoliert, also sollte er auch nie isoliert trainiert werden.
Trainer wie Mark Verstegen, Vern Gambetta, Gray Cook und Michael Boyle übertrugen dieses Prinzip in den 1990er-Jahren in den US-amerikanischen Spitzensport – mit dem Ziel, Athletinnen und Athleten insgesamt widerstandsfähiger und verletzungsresistenter zu machen. In Deutschland bekam das Konzept 2006 sein bekanntestes Gesicht: Jürgen Klinsmann integrierte funktionelles Training in die Vorbereitung der Fußball-Nationalmannschaft auf die Heim-WM – als ganzheitliche Ergänzung zum klassischen, sportartspezifischen Training. Seit rund 2012 hat sich Functional Training endgültig von der Profi-Szene in die Breite der Fitnessbranche bewegt und ist von dort nicht mehr wegzudenken.