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Blut spenden. Leben retten. | Bildquelle: BSD
Fit & Gesund

Mehr als nur ein Slogan

Blut spenden. Leben retten.

Blut spenden. Ein Akt der Nächstenliebe, über den viele tatsächlich noch nie nachgedacht haben. Sei es aus einer Angst vor Nadeln heraus, einem diffusen Gefühl von "Ich kann kein Blut sehen" in der Magengrube oder weil das schlichtweg noch nie Thema in der von Alltagsdingen bestimmten Gedankenwelt gewesen ist. Schade eigentlich, denn es könnte es so einfach sein! Mit einer einzigen Blutspende kann man bis zu drei Menschen den größten und sehnlichsten Wunsch nach Leben erfüllen.
Normalerweise erfahren die Spenderinnen und Spender nicht, wem sie dieses kostbare Geschenk zuteilwerden lassen. In diesem Beitrag möchten wir den Empfängerinnen und Empfängern mit Gela Allmann und Felix Brunner aber einmal ein Gesicht geben:

Frühlingsbeginn 2014 in Island. Gela Allmann – Model und Bergsportlerin – wird in traumhafter Kulisse im Rahmen eines Fotoshootings in Island abgelichtet. Eine kleine Unachtsamkeit, ein falscher Schritt verändert innerhalb von Sekunden alles: Gela rutscht aus, verliert den Halt und stürzt einen 800 Meter langen vereisten Hang hinab. Sie rutscht über Schnee, prallt gegen Felsen und Eisplatten, bis sie sich mit letzter Kraft 100 Meter vor dem Fjord im Tal abbremsen kann. Nach der Erstversorgung am Unfallort wird Gela in ein Klinikum nach Akureyri geflogen. Für die Versorgung einer durchtrennten Arterie waren jedoch Spezialisten aus der Hauptstadt Islands, Reykjavík notwendig. Ein Ambulanzflugzeug fliegt sie nach Reykjavík. 

Gela kämpft. Ihr Zustand stabilisiert sich. Eine Woche später wird sie in das Münchner Klinikum rechts der Isar verlegt. Zwei Wochen nach dem Unfall und ganze sechs Operationen später beginnt ihre Reha. Für Gela war aufgeben nie eine Option – sie kämpfte immer weiter, sodass ihr nach nur drei Monaten voller Kampf, Leiden und einigen Tränen die ersten Schritte in der Klinik gelangen.

Gela hat überlebt, weil sie immer an sich geglaubt hat, weil ihr damaliger Partner, ihre Familie und ihre Freunde sie nie aufgegeben haben…und weil es Menschen gibt, die Blut spenden.

Mittlerweile sind über 10 Jahre seit dem Unfall vergangen. Gela steht wieder erfolgreich und mit beiden Beinen im Leben. Sie macht aktiv Sport und wird für Shootings, Moderationen und Motivationsvorträge engagiert. Da sie ohne gespendetes Blut nicht überlebt hätte, ist sie mit Herzblut als Botschafterin für den Blutspendedienst des BRK im Einsatz.

Felix Brunner überlebte seinen schweren Absturz in den Bergen nur dank 800 Blutspenden.

2009 veränderte sich Felix Brunners Leben schlagartig. Der junge Allgäuer (damals 19 Jahre) macht eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Als aktiver Bergretter bei der Bergwacht Bayern (Bereitschaft Füssen) ist er auch in seiner Freizeit fast täglich in den Bergen unterwegs. So auch am 17. Januar 2009: Auf dem Rückweg von einer Eiskletter-Tour in den Tiroler Bergen stürzt Felix 30 Meter tief in ein Bachbett.
Es folgen 13 Monate auf der Intensivstation, davon acht Monate im künstlichen Koma. Er wird mehr als 60 Mal operiert. Dabei bekommt er 800 Blutkonserven, um am Leben zu bleiben. Seine Verletzungen sind so schwer, dass ihn die Ärztinnen und Ärzte der Intensivstation aufgeben und die Eltern auf den Tod ihres Sohnes vorbereiten.

Doch Felix kämpft – und überlebt! Heute sitzt er zwar im Rollstuhl, aber er zieht alles andere auch mit Handicap durch. Nach wie vor ist er ein begeisterter Sportler: Im Sommer 2014 überquert er mit seinem Handbike die Alpen – 480 Kilometer mit 12.000 Höhenmetern legt er von Füssen bis nach Riva am Gardasee zurück. Als erster Rollstuhlfahrer überhaupt gelingt ihm diese Transalp mit seinem Handbike auf zum größten Teil unasphaltierten Wegen.

Zwei Beispiele, die nur stellvertretend für unzählige Menschen und Schicksale stehen, denen durch Solidarität, Engagement und gesellschaftlichen Zusammenhalt das Leben gerettet werden konnte.

 

Spenderblut ist für viele Menschen die einzige Überlebenschance.

Jeden Tag werden allein in Bayern ca. 2.000 Blutspenden benötigt. Bundesweit sind es ca. 15.000.
Umfragen zufolge halten 94% der Bevölkerung in Deutschland Blutspenden für wichtig, 60% würden auch zur Blutspende gehen, ca. 3,5% spenden tatsächlich. Etwa jede dritte Bundesbürgerin/jeder dritte Bundesbürger ist mindestens einmal in seinem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen. Mit modernen Verarbeitungstechniken können Blutspenden in ihre Bestandteile zerlegt werden. So besteht die Möglichkeit mit nur einer Blutspende bis zu drei Menschen das Leben zu retten.

Blut spenden kann jeder gesunde Mensch ab dem 18. Geburtstag. Die Zulassung erfolgt immer nach individueller ärztlicher Beurteilung beim Blutspendetermin vor Ort. Frauen können viermal, Männer bis zu sechsmal im Jahr Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden muss ein Abstand von mindestens 56 Tagen liegen.

Mit seinen ca. 720 engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie zusätzlich mehr als 230 Spendeärztinnen und -ärzten und ca. 10.500 ehrenamtlichen Helfenden aus 72 Kreisverbänden des BRK organisiert der Blutspendedienst des BRK jährlich ungefähr 4.800 Blutspendetermine.
Neben der Organisation von Blutspendeterminen ist der Blutspendedienst des BRK medizinisches Großlabor, pharmazeutischer Hersteller, zuverlässiger Logistiker & Dienstleister, innovatives Forschungszentrum, Ausbildungsbetrieb sowie Arbeitgeber.

Warum ist es wichtig Blut zu spenden?

Blutpräparate kommen in den verschiedensten, medizinischen Bereichen quer durch alle Altersklassen zum Einsatz. Viele unserer Mitmenschen sind regelmäßig auf lebensnotwendige Blutprodukte angewiesen, z. B. im Rahmen einer Krebstherapie.
Die gesicherte Versorgung von Patientinnen und Patienten mit überlebenswichtigen Blutpräparaten ist kein Selbstläufer, sondern ein fragiles System, das im Jahresverlauf durch unterschiedlichste Einflüsse mitunter bedrohlich ins Wanken gerät

Eine ganz entscheidende Tatsache ist die Haltbarkeit von Blutpräparaten. Gespendetes Blut hat eine Haltbarkeit von lediglich 42 Tagen und kann daher nicht für „schlechte Zeiten“ eingefroren werden.

Auf die Notwendigkeit von regelmäßigem Blutspenden aufmerksam zu machen und das Thema in die Mitte der Gesellschaft zu tragen, ist für den Blutspendedienst eine der großen Herausforderung und täglicher Antrieb zugleich. Damit Menschen wie Gela Allmann, Felix Brunner und tausende andere bis heute aktiv im Leben stehen können.

Helfen Sie mit! Die Blutspende braucht Nachwuchs der jüngeren Generationen. Also Menschen, die zum ersten Mal Blut spenden und dann sprichwörtlich am Ball bleiben.

Noch Fragen? Der Blutspendedienst ist montags bis freitags telefonisch über die 0800 11 949 11 (kostenfrei), per Mail an info@blutspendedienst.com und auf Facebook sowie Instagram @blutspendebayern für Euch erreichbar.

Keine Fragen mehr? Dann jetzt Blutspendetermin vereinbaren und Leben retten: www.blutspendedienst.com/termine

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AUTOR              Blutspendedienst des BRK