Mit Wolfgang Willam verbindet sich ein außergewöhnliches Berufsleben im Dienste des deutschen Turnens. Seit inzwischen mehr als einem halben Jahrhundert prägt er die Entwicklung des Turnsports in Deutschland – zunächst als Turner, später als Funktionär.
Sein Weg begann an der Deutschen Turnschule in Frankfurt, wo er 1975/76 seine Ausbildung zum Turn- und Sportlehrer absolvierte. Nach seiner Tätigkeit für das Deutsche Turnfest 1978 in Hannover wurde er am 1. Oktober 1978 Mitarbeiter des Deutschen Turner-Bundes und zuständig für Kunstturnen und Trampolinturnen. Bereits 1981 übernahm er die Leitung des Referates Spitzensport. Nach Stationen als Technischer Direktor Leistungssport wurde er am 1. Februar 1995 offiziell zum Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes berufen.
Damit stand Wolfgang Willam mehr als 26 Jahre an der Spitze des DTB-Leistungssports und insgesamt 43 Jahre hauptberuflich im Dienst des Deutschen Turner-Bundes. Als er am 31. August 2021 in den Ruhestand verabschiedet wurde, endete eine Ära, die den DTB nachhaltig geprägt hat.
In seine Amtszeit fielen zahlreiche sportliche Höhepunkte: Olympische Spiele, Welt- und Europameisterschaften, internationale Medaillengewinne und die erfolgreiche Entwicklung des Turn-Team Deutschland. Generationen von Athletinnen und Athleten – von den Erfolgen der Nachwuchstalente bis hin zu Olympiamedaillengewinnern und Weltklasseathleten wie Fabian Hambüchen, Elisabeth Seitz, Lukas Dauser oder Andreas Toba – wurden von den Strukturen geprägt, die Wolfgang Willam gemeinsam mit Trainern, Vereinen und Verbänden aufgebaut und weiterentwickelt hat.
Sein Wirken beschränkte sich jedoch nicht auf Deutschland. Bereits seit 2004 vertrat Wolfgang Willam die Interessen des DTB im Exekutivkomitee des Weltturnverbandes FIG und setzte sich dort mit großem Engagement für die internationale Entwicklung des Turnens ein. Damit gehörte er über viele Jahre zu den wichtigsten deutschen Stimmen im internationalen Turnsport.
Wer mit Wolfgang Willam zusammenarbeitete, schätzte nicht nur seine Fachkompetenz und sein umfassendes Wissen über den Spitzensport, sondern auch seine Verlässlichkeit, seine Loyalität und seine Fähigkeit, Menschen zusammenzuführen. Seine Handschrift ist bis heute in vielen Bereichen des deutschen Turnens sichtbar.
Bei seiner Verabschiedung würdigte DTB-Präsident Alfons Hölzl die Verdienste des Jubilars mit den Worten, dass der sportliche Aufschwung des DTB und zahlreiche bedeutende Erfolge das Resultat seines jahrzehntelangen Einsatzes gewesen seien. Diese Einschätzung teilen viele Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter innerhalb und außerhalb des Verbandes.
Alles Gute zum 70. Geburtstag, Wolfgang Willam!